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markus
binner und heiko neumeister: übersetzen in projektion
die animation setzt sich aus dreierlei zusammen. einer umsetzung von stoffentwürfen der bauhäuslerin annie albers für bildschirme, listen von namen in zeitgenössischem idiom und zwischenbildern: blumen, kirschblüten, punkten, möbeln. die stoffentwürfe sind vorlagen für wechselnde hintergründe der animation. dergestalt, dass nie das ganze bild zu sehen ist, sondern in synkopischen rhythmen einzelne elemente der konstruktion ein- und ausgeblendet werden. in typischer manier für mit dem anima- tionsprogramm "flash" hergestellte dateien bewegen sich listen von namen unter- schiedlicher gegenstände: möbel, geheimdienstliche operationen, namen von häusern auf malta, restaurants auf korfu, pseudonyme markus binner
Heiko Neumeister berücksichtigt entschieden die historische Tatsache eines - zumindest technischen - Endpunktes traditioneller Malereiherstellung. Über eine Wandprojektion können wir teilnehmen an der malerischen Re- Konstruktion einiger bekannter Werke der sogenannten abstrakten Moderne, diese Bilder wurden aus- schließlich mit den "Malwerkzeugen" des Computerprogrammes "Painter" realisiert. Projiziert werden im "Zeitraffer" die einzelnen Arbeitsschritte bis zur Fertig- stellung der "Gemälde". Es versteht sich von selbst, daß für eine solche Re- Konstruktion - über die Fähigkeit hinaus, die Computerwerkzeuge routiniert zu benutzen - ein außerordentlich subtiles malerisches Einfühlungsvermögen in diese Malerei Voraussetzung ist, schließlich wurden nicht etwa bloß Reproduktionen eingescannt. Neumeisters Computer-Bilder sind also entschiedene Neuformulierungen im malerischen Diskurs der jeweiligen Meister. Eigene manuelle Malereierfahrung blieb also Voraussetzung. Insofern ist diese Re- Konstruktionsarbeit am Computer zugleich eine ganz eigenständige künstlerische De- Konstruktion, über welche Neumeister - nicht ohne Humor und Ironie - das ästhetische Vokabular der abstrakten Malerei zugleich aneignet und distanziert. B.J.Blume
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